TJIAN

stupid but charmig is our niche

Presse Juni 26, 2007

lofiposers @ 12:13

Tjian live

Regiomusik.de, 6.12.2008

Bereits zum zweiten Mal war das Indie-Label Omaha Records im Freiburger White Rabbit zu Gast.  12 Bands, 2 Tage und jede Menge gute Musik – ein hervorragendes Rezept für ein gelungenes Wochenende.

Zum Auftakt am Freitag war das White Rabbit mehr als gut gefüllt. Die Mehrzahl aller Anwesenden wartete auf GISBERT ZU KNYPHAUSEN, seines Zeichens Gründer des Omaha-Netzwerkes. Ein gut gefülltes Programm verwandelte die Wartezeit jedoch in ein Erlebnis.

GODOT durfte den musikalischen Abend eröffnen. Dem Freiburger Konzertpublikum dürfte er bis dahin auch als Mann an der Gitarre von CRIME KILLING JOKER MAN bekannt gewesen sein. Bei seinen Solostücken schlägt er ruhigere Töne an. Das Rezept Gitarre plus deutsche, nachdenkliche Texte ging besonders bei den Stücken auf, die mit Bratschenklängen untermalt waren.

Ähnliche Töne schlug dann DAANTJE & THE GOLDEN HANDWERK an. Mit ausdrucksstarker Stimme, starken Texten und leichten Melodien spielte sich in die Herzen der Zuhörer und sorgte dafür, dass es vor der Bühne langsam enger wurde.

Endgültig voll war es dann bei TJIAN. Der Franke spielte zunächst drei Songs im Alleingang, verschwand, kam wieder zurück – und wie. Eine Portion Nerdiness wurde draufgelegt und drei Mitmusiker waren mitverantworlich, dass nun die Post abgehen sollte. Lauter, schneller und mit viel Gefrickel ging es weiter. Die musikalische Experimentierfreude TJIANS zeigte live ihr großes Potential und niemand stand mehr still.

Rawol.com, 11.10.2007

Vor einem zwar sehr kleinen, aber ebenso sehr dankbaren Publikum machte die heimische 2-Mann-Band Tjian den Anfang mit einer echt abgefahrenen Mischung aus Indie, Pop, Techno, Country und diversen unidentifizierbaren Komponenten. Also wenn etwas den Namen „Independent“ im musikalischen Sinne verdient, dann dieses! Mit Gesang, Akustik-Gitarre, zwei Synthis, gelegentlichen Minimal-Drums und viel Spaß bieten die beiden netten Herren eine sehr persiflierende, aber dennoch musikalisch anspruchsvolle Querfeldein-Fahrt durch die Genres. Sie reihen sich damit in die vom RAWOL Live Team hoch geschätzte Riege der Bands ein, die sich, ihre Musik und überhaupt die Welt nicht unnötig ernst nehmen.
Fürther Nachrichten, 26.6.2007

Verständlicherweise waren die nassen Bankreihen beim Auftakt noch etwas licht – das Nürnberger Duo Tjian hatte es allein schon deshalb schwer, erste Stimmungsausbrüche zu provozieren. Ein Retro-Synthesizer, der das lustige Piepsen und Zirpen von Keyboard-Ikonen wie Mini-Moog oder ARP 2600 imitiert, mischt sich mit Drum-Loops und akustischer Gitarre zu musikalischen Skizzen. Die witzigen Songideen erinnern mal an End-Siebziger Synth-Bands, mal an Prodigy-Lärm, mal an zappaeskes Chaos. Ein bisschen mehr Struktur täte dem Ganzen richtig gut, denn die Originalität des Sounds und der spaßigen Präsentation tragen noch nicht durch ein ganzes Set.

daantje.de , 27.6.2007

Keine Sekunde zu lang und alles musste genau so sein. Eine Stunde lang beste Unterhaltung. Grossartige Songs + Wahnsinns-Performance. Das muss man gesehen haben, Filme kommen ja dann irgendwann: Moderne Popmusik mit ordentlich Dezibel eben, auch wenn die beiden nicht aus Füssen kommen, sondern schon am Hühnergrill um die Ecke auf dich lauern.

Tjian CDs

  • Schlacksy!!!

alternativmusik.de schreibt dazu:

Manchmal, wenn ich an meinen Briefkasten gehe, um die neuesten Langspielplatten aus diesem Käfig zu befreien, da kommt es mir so vor, als würde ich ein Klassentreffen mit einigen Künstlern feiern. Denn es kann passieren, dass man CDs von alten Bekannten erhält und sich dann darüber freut. Immerhin möchte man immer gerne wissen, was mit denen passiert, denen man am liebsten ein Pappkrönchen für ihre schöne Musik aufsetzen möchte. Einer dieser Kandidaten ist Tjian. Spätestens seit seinem, von mir persönlich als Sommerhit erkorenem, Strawberry Limes möchte ich ihn nicht mehr in meiner Sammlung missen. Wie schön also, dass es nun wieder etwas von ihm zu hören gibt und zwar in Form der Platte Schlacksy!!!, die bereits die sechste Liedersammlung in der Geschichte des Projektes Tjian darstellt.

Schlacksy!!! ist vor allem eines: wahnsinnig farbenfroh, sozusagen in bester Tjian-Manier. Dieses Album lässt keine Langeweile aufkommen, weil es einfach so schön bunt und ideenreich ist. Das sieht man bereits an Sleeping Bag (The Cinimini Song). Bei diesem Song bekommt man das Gefühl, Kirby höchstpersönlich hätte gesagt: Hey, ihr, die Tjian seid, macht mal einen Song, bei dem man glatt auf den Gedanken kommen könnte, man würde mit mir gemeinsam durch eine Zuckerwattewelt laufen!“. Auch wenn dies nur eine Phantasie meines Mädchendenkens ist, so könnte man meinen: gesagt, getan und fertig war Sleeping Bag, ein puderiger Track für kugelrunde, rosafarbene Tierchen.
Ein anderes Lied, das für den genialen Wahnsinn des Tjian steht, ist Never Take The Drugs Your Mum Gives You. Recht poppig, mit einem Hauch Rock und einer extra Portion Weisheit á la Tjian versehen. Schließlich heißt es in diesem Song: „Never take the drugs your mum gives you cause it usually sucks“. Obwohl im Endeffekt nicht klar ist, ob hier von den üblichen Lemocin-Tabletten oder doch anderen Pillen die Rede ist, kann man im Grunde diesen Track nur schmunzelnd abnicken.
Das persönliche Zuckerstück auf Schlacksy!!! ist und bleibt für mich jedoch Catering List For Rock‘N’Rollers. Nicht etwa wegen unglaublich tiefsinnger Lyrics, sondern weil insbesondere dieses Stück den Reichtum dieser Platte noch einmal verdeutlicht. Viel weicher und ruhiger ist dieser Song, ohne unnötige Spielereien. Tjian muss also nicht immer quirlig sein und ein wenig überdreht wirken, es geht auch irgendwie authentischer. Es reicht schon eine Gitarre und eine schöne Melodie und man hat eine kleine Ballade, die nicht erst bei Kerzenschimmer ihre Wirkung entfalten kann.

Klassentreffen führen am Ende zu vielen Vergleichen, manche netter, manche recht gemein. Wie konnte sich Max Müller beispielsweise so gut machen und wieso habe ich ihn damals nicht doch geküsst? Und wie konnte Klara Mustermann denn bitte so in die Breite gehen? Auch bei Tjian und seiner Musik klappt das super. Schließlich zeigt Schlacksy!!!, wie man sich innerhalb weniger Jahre als Künstler entwickeln kann. Seine Songs bestehen nicht mehr aus hundert Ideen, sondern verfolgen eine Linie. Das macht die Platte insgesamt ruhiger, aber dennoch nicht langweilig, denn Tjian tobt sich trotzdem aus, über gute 30 Minuten hinweg. Die Mischung aus fluffiger Elektrofrikelei, poppigeren und dadurch eingängigen Liedern, den sanfteren Tönen und eben Hits nach Tjian‘ischer Tradition macht‘s eben. Diese verhilft Schlacksy!!! zu einer reizvollen Eigenheit, die fasziniert und schlussendlich überzeugt. Nur manche Dinge ändern sich nie: Tjian ist nach wie vor der Nerd zum Gernhaben.

Autor: Anne-Sophie Kretschmer

www.lofi-lab.de beschreibt meine neue CD als Pavement auf Hustensaft :)

Und wieder schlagen wir die Hände über dem Kopf zusammen: Der musikalische Irrsinn muss in Nürnberg Zuhause sein! Schon der Titel des neuen Tjian-Machwerks ist eine Klasse für sich: Mit „Schlacksy!!!“ haut uns der LoFi-Poser jetzt erneut einen bunten Strauß skuriller Einfälle um die Ohren.

Wer den Werdegang dieses Daniel Düsentrieb des Gitarrenpop verfolgt hat, weiß, dass der Wahnsinn Methode hat: Ausgehend von einer einfachen, aber immer schrägen Grundidee kombiniert Tjian scheinbar unpassende Elemente, mixt diverse Stile wild durcheinander und kocht aus dieser musikalischen Ursuppe ein erstaunlich bekömmliches LoFi-Gericht.

„Sleeping Bag (The Cinimini Song)“ startet mit billigem Elektrogedudel und wächst sich unter zweistimmigem Gesang, viel Geblubber und Gescratche schließlich zu einem hoppelnden Anti-Reggae aus. Fröhlicher und liebenswerter als auf „I Hate You“ wurde indes wohl noch nie gehasst. Die schmissige Indie-Pop-Nummer „Never Take The Drugs Your Mom Gives You“ weckt hingegen den Verdacht, dass hier jemand diesen gut gemeinten Rat nicht beachtet hat – das Ganze klingt wie Pavement im Hustensaft-Rausch.

„Schlacksy!!!“ ist nicht mehr so rhythmusorientiert wie der gleichermaßen exzellente Vorgänger „People Who Look Good…Sometimes“, hat aber mit „Robot Dolls“ und „Open Mic Night“ wieder Nummern im Programm, bei denen schon die Drum-Spur alleine mitreißt. Dazu noch dieser unnachahmliche, sehr bestimmt alle Melodieseligkeit meidende Gesang, eine gehörige Portion Gefiepe und Gesummse: Fertig ist das ideale Muttertagsgeschenk für alle durchgeknallten Muttis.

  • Error 404. (Omaha-compilation III)

www.Jetzt.de schrieb:

Omaha-Records-Compilation No.3

Text: dieklautjawieder

Eigentlich sollte man heute abend dort sein. Im White Rabbit in Freiburg. Weil da, ich bin mir sicher, die tollste Release-Party dieses Jahres stattfindet. Was, noch nicht gehört? Das Online-Plattenlabel Omaha-Records veröffentlicht heute seine dritte Compilation! Das ist Anlass genug, dass sich deren Creme de la Creme aufgemacht hat, die Freiburger Idylle ordentlich durchzuschütteln: Reebosound, You? Spy!, Daantje, Tjian, Herr Hund, Crime Killing Joker Man, Gisbert zu Knyphausen, Julian Gerhard, Pappmaché, Clocks und Van De’s! Alle sind sie da. Wen hält es da noch auf dem heimischen Stühlchen? Stehen nicht alle schon Kopf vor Aufregung? Wie damals bei den Beatles beim legendären Konzert in, nun, London? Und warum, verdammt, bin ich nicht dabei?
Vielleicht, weil einer dableiben muss, um die Stellung zu halten?
Vielleicht, weil Freiburg am anderen Ende der Welt liegt (PS: meine Welt endet an der Staatsgrenze)?
Vielleicht, weil….ach, eigentlich kann es gar keinen guten Grund geben, heute nicht dort zu sein. Nur tausend schlechte.
Und was ich alles verpasse! Daantjes geniales Gejammer, die verrückte Show von Tjian und Clocks, Gisberts Gebrüll, quietschende Gitarren, piepsende Soundmaschinen, kickernde Kerle…. ICH WILL DA HIN!

Aber freiwillig martere ich mich und habe mich zu Hausarrest verdonnert. Zur Belohnung lade ich mir jetzt die Platte herunter, höre die Musik und träume mich nach Freiburg…
psssst…ist kostenlos!

  • people, who look good … sometimes!

Lofi-lab.de, 05.09.2007

Schon sein 2005er Output “Fantasy Joys” hatte die LoFi-Redaktion zu unkontrollierten Begeisterungsstürmen hingerissen – jetzt legt der “New LoFi Poser” aus Nürnberg, verstärkt von seinen “Broadway Babies” ein frisches Machwerk vor. Und verblüfft uns mit “People Who Look Good…Sometimes” erneut: Parodiert der Mann jetzt “They Might Be Giants”- oder was hat er vor? Und hat er überhaupt was Bestimmtes vor? Oder purzeln diese schrägen Ideen einfach so raus?Das Tjian-Universum wabert nach wie vor in kreativem Chaos, eiert mehr als es kreist und stößt den Hörer immer wieder auf die eine entscheidende Frage: Was zum Himmel ist das?! Der Spassfaktor hat im Vergleich zu früheren Stücken nochmals zugelegt, verstärkt kommen jetzt Samples und allerlei elektronische Spielereien zu haarsträubendem Einsatz. Das rhythmische Fundament ist ausgefeilter – und holpert dabei noch eine Spur eigenwilliger daher.

Tjian schlingert irgendwo zwischen Gitarrenpop, experimenteller Schräglage und Kinderlied durch die acht Songs des neuen Albums, scheut sich nicht, unvermittelt von Rap zu minimalistischem Sambagedudel überzugehen (”Cowboy Convention”) und liefert nebenbei auch wieder in Gimmicksounds gekleidete eingängige Songperlen (”How They Killed Art”) ab. Titel wie “We Could Grill A Snowman” vermitteln einen Eindruck davon, wohin das Ganze textlich geht…

Es bleibt festzuhalten: In unseren Breiten gibt es nichts mit Tjian Vergleichbares. “People Who Look Good…Sometimes” ist ein kurzes aber äußerst vergnügliches Unterfangen, geeignet zum Schunkeln, Zappeln und Sich-Wundern. Wiederum also Höchstnoten für Originalität, Kreativität und Witz.
rou

  • The new Lofi Poser

Gisbert zu Knyphausen auf Omaha-records.de, 29.5.2006

Was hier noch keiner erwähnt hat:
Tjians EP ist fantastisch! (-:
Die lieder kannte ich ja alle schon, aber ich muss mal loswerden, dass der Sound und die Arrangements vom Herrn Tjian immer besser werden….
So.

Hookah Magazin, 18.9.2006

Boah, so ein Mist, es war klar, dass es so kommen musste. Ich bekomme genau die CD, vor der ich schon immer Angst hatte. Weil ich den Namen des Künstlers immer falsch schreibe. Ja, lacht ihr nur, aber es ist so und ich stehe gewissenhaft dazu. Ihr könntet das nämlich auch nicht. Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen: Tjian. Genau, da vergeht euch das Lachen, habe ich es doch gewusst. Denn man sollte nicht nur vor seinem Namen in Acht sein, nein, seine Musik kann gleichermaßen gefährlich werden.

Denn obwohl seine EP vom Artwork her eher studentische, nun ja, wie soll ich es sagen, Armut versprüht, so verbirgt sich dann auf der dünnen Scheibe wahrlich großes. Fünf Songs haben sich auf der EP namens “The new LoFi Poser” eingefunden, allesamt vom Tjian zusammengestellt und eingespielt und gemacht und ausgesucht, ach ihr wisst schon, was ich meine.

Was man gleich anfangs erwähnen sollte: In jedem Song verstecken sich so ungefähr eine Million Ansätze für andere Songs. Oder anders: Die Lieder sind allesamt wunderschön chaotisch, nicht unbedingt sofort einprägsam, jedoch kleine Schmankerl an sich.

Und wie kann man so etwas besser erklären, als anhand der einzelnen Tracks selber? Nehmen wir zum Beispiel “The nerds are back” genauer unter die Lupe. Da würde ich am liebsten mein Ghetto-Bling-Bling mitsamt dem Ghettoblaster aus dem Schrank kramen, mich auf die Straße stellen und posen, eben so, wie nur ein richtiger Nerd es kann. Soll jetzt nicht heißen, dass der Song schlecht ist, nein, viel eher finde ich ihn sehr amüsant und vor allem erscheint er mir wie fürs Tanzen gemacht.

Mein Favorit ist und bleibt aber “Strawberry Limes”. Das klingt so schön nach Sommer, Freude und Spaß, da kann ich gar nicht anders, als dieses Lied zu lieben. Trotz der vielleicht eher nicht für die hohen Töne gemachten Stimme Tjians besticht dieses Lied durch genau diese “Tonverzerrungen, denn das macht das ganze irgendwie fluffiger. Außerdem ist dieser Song für den wunderhübschen Satz “MTV makes me sream “I want to die”“ zu loben, der doch aus heutiger Sich zu 100 Prozent der Wahrheit entspricht.

Was soll man noch mehr sagen? “The new LowFi-Poser” ist einfach wahnsinnig toll gemacht. Bei dieser EP kann einem gar nicht langweilig machen. Zum einen ist sie für Tanzbienen wie mich gemacht, denn hier kann man jeden Tanzstil mindestens einmal ausprobieren, so abwechslungsreich ist die CD. Zum anderen muss der Tjian ein ganz schön schlauer Junge sein, da einen diese fünf Songs wirklich im positiven Sinne erschlagen.

Intro Heimspielticker, 4.7.2006

:: „The Nerds Are Back“. Das gilt im Allgemeinen wie im Speziellen. Der Songwriter Tjian macht da weiter, wo er letztens aufgehört hat – und da hatten wir ihn, Schimpf und Schande, auch noch falsch geschrieben. Wir bitten um Entschuldigung und verweisen auf seine einmal mehr himmelschreiend-spleenige neue EP namens „The New Lo-Fi Poser“, die ihn als durchgeknallten Derwisch zwischen den Stilen präsentiert. Als eine Art hyperaktiven Adam Green, dem nichts heilig ist. Klar, dass das auf Kosten der Eingängigkeit geht. Aber schon im Kindergarten damals war klar: Wer einfarbige Legohäuser baute, dem war nicht zu helfen. Mehr hier.
.: www.myspace.cm/tjian :.

Rote Raupe Magazin, 1.6.2006

5 Lieder, 1 großer Spaß. Tjian liefert sich einen Kampf mit dem LoFi und zwingt ihn am Ende in die Knie. Wie das geht? Ganz einfach, man braucht nur eine Million Ideen und verbindet sie irgendwie zusammen. Es kämpfen Elektronikas gegen die guten alten, analogen Töne, bis man sich völlig verliert in dem wilden Tanz der einem hier geboten wird. Und dann erst die Brüche, die in den Liedern dermaßen clevere inszeniert werden, das man sich tatsächlich wundert, warum dieser Künstler nicht schon viel bekannter ist.

Dabei könnten Lieder wie „The Nerds are back“ oder „Fantasy joys vs. Antinase“ durchaus auch auf einer trashigen Version von „Beck’s“ „Odelay“ Album ihren Platz finden.

Mit „Grannymade“ gelingt ihm dann sogar ein waschechter kleiner Hit. Großartiger junger Mann mit einer großartige Ep.

  • Omaha-Compilation 2

Rote Raupe Magazin, 30.6.2006

Als Kind war ich mal auf einem Speicher. Dieser große dunkle Ort mit den vielen unheimlichen Schatten, die sich als Gespenster, Ungeheuer und Monster tarnten. Der kleine Bub der ich war, hatte natürlich immer Angst. Schon die steile Treppe schien als unüberwindbares Hindernis. Selbst der Blick hinauf zu der Tür, die verschlossen alle bösen Kreaturen von mir fernhalten sollte, öffnete die Büchse der Pandora in meinen Gedanken.

Eines Tages, man war ein bisschen älter, aber noch lange nicht alt, beschloss man mit all seinem Mut und am besten an der Hand der Eltern den Geistern in die Augen zu blicken. Die Treppe knarrte, die Tür quietschte und all das böse verschwand als das Licht anging. Alles ist gar nicht so schlimm, man muss nur den Mut aufbringen. Und dann habe ich natürlich noch die Truhe entdeckt, die jedem Speicher steht. Als der Deckel aufging und ich diese Cd in meinen Cd-Player einlegte, und sah und hörte, bekamen meine Augen dieses Funkeln, das man immer bekommt, wenn man einen Schatz geborgen hat.

Und so eröffnen sich jetzt vor mir 24 Lieder von 12 Künstlern, und keines ist schlecht. Die Bandbreite erstreckt von Amerikana, Singer-Songwriter und Folk. Dabei tümmeln sich Geschichtenerzählern neben Querdenkern und der Geist verbindet beide miteinander. Manch einer ist gut produziert, bei anderen hört man das Wohnzimmer stark durch. Aber das macht nichts. Dazu ist die Qualität der Lieder viel zu hoch. Gerne auch mit Elektronikas unterlegt und mit Drumcomputer verfeinert. Und sich jeder auf die Reise durch dieses Album machen. Wenn er am Ende alles entdeckt hat, wird er sicher ein paar neue Lieblingskünstler gefunden haben. Bei mir war das so und so möchte ich auch noch ein paar besonders loben: „Tjian“, „Daantje and the golden Handwerk“, „Woody & Paul“, sowie mein absoluter Lieblingskünstler „Gisbert zu Knyphausen“. Zu beschreiben wir sehr ich in seinen Lieder, in seinen texten aufgehe ist unmöglich. Es bleibt mir nur den Wunsch zu äußern, dass er schnellst möglich ein Album, ach was, ein Doppelalbum veröffentlich und dazu noch ein Buch schreibt. Ich brauche mehr.

Und jeder wird seine Lieblingskünstler, seine Lieblingslieder finden, versprochen. Diese Compilation sollte man sich beim besten Willen nicht entgehen lassen.

 

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